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Silencium
Gast


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Hallo Sufferer,

das ist etwas, was bei der Migräne mit Aura ähnlich ist. Auch bei dieser Migräneform können Bewegung und Anstrengung den Kopfschmerz verstärken. Bei uns ist es der Schwindel, der durch Bewegung und Anstrengung ausgelöst und verstärkt wird, bei der klassischen Migräne ist es der Kopfschmerz.

Auch Lamotrigin kann als Nebenwirkung Schwindel auslösen. Zudem scheint dieses Medikament nicht bei bereits bestehenden schlechten Leberwerten die beste Wahl zu sein. Ich warte bzgl. der Medikamente ab, was meine Ärzte sagen.

Hast Du Deiner Frau erklärt, was für eine Mirgräneart Du hast und was diese Migräneform bedeutet? Du könntest ihr einen informativen Text zu lesen geben. Im Internet gibt es einige sehr gute Texte zur Vestibulären Migräne.

Ja, Magnesium nehme ich. Kurz nachdem ich mit der Magnesiumzufuhr begonnen habe, hörten die heftigen Drehschwindelattacken auf.

19 Mar, 2018 15:58 10
@Sufferer @Sufferer ist männlich


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Hallo Ann

Gott sei Dank habe ich schon eine Stelle und ich habe das Team schon kennengelernt. Ich werde mich von dem her dort sicher wohl fühlen.

@Silencium

Also das Magnesium bringt mir eigentlich auch nichts. Ich habe es praktisch abgesetzt und es geht mir nicht schlechter. Als ich vorhin nachhause kam, habe ich im düsteren Wohnzimmer wieder diese funkenden Punkte und Gebilde wahrgenommen, was praktisch wie eine normale Aura aussieht. Es ist also bei mir mehr als nur das Sehen von kleinen Pünktchen beim Visual Snow. Es muss tatsächlich eine Form einer persistierenden Aura sein. Wie gesagt hat mir Lamotrigin auch nichts gebracht, und wenn Du Dir Sorgen machst es zu nehmen, würde ich es auch gar nicht erst probieren. Was haltest Du denn von Aspirin Cardio? Wie gesagt, bin ich am Kontaktaufnehmen eines anderen Neurologen (er ist Professor in der Neurologischen Uniklinik Zürich) und hoffe bald von ihm Antwort zu erhalten.

Auch Dir wünsche ich einen angenehmen anfallsfreien Abend.

Sufferer

19 Mar, 2018 18:49 38 @Sufferer ist offline Email an @Sufferer senden Beiträge von @Sufferer suchen Nehmen Sie @Sufferer in Ihre Freundesliste auf
Silencium
Gast


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Hallo Sufferer,

Danke für Deine Wünsche.
Ich hatte tatsächlich einen schönen Abend. Die morgentliche erneute schwere Attacke hatte sich im Lauf den Tages nahezu gänzlich gelegt. Ich habe mich heute Abend noch mit Freunden getroffen, treffen können.

Wie verlief Dein Abend? Haben sich Deine Sehstörungen wieder gelegt?
Wie lange dauern die eigentlich an? Gibt es Pausen zwischen den Sehstörungen oder hast Du das durchgehend?

Dir eine weitere Meinung einzuholen ist sicherlich nicht verkehrt. Ich habe auch mehrere Neurologen aufgesucht. Ich wollte sicher gehen, dass die Diagnose wirklich stimmt und ich nicht noch weitere Jahre unbehandelt bzw. falsch behandelt mit der falschen Diagnose rumlaufen muss.

19 Mar, 2018 21:09 09
Silencium
Gast


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Überreizung

Es gibt viele Beispiele, die meine Vermutung untermauern, dass es sich bei meiner Kopfschmerz- und Schwindel-Symptomatik um eine Überreizung der Neuronen handeln könnte, die noch lange nachfeuern, auch wenn der Reiz gar nicht mehr besteht.

Gestern Abend ereignete sich wieder etwas, was mich staunen ließ. Ich hatte einen schönen Abend mit Freunden in einer Kneipe verbracht. Wie bei jedem Treffen, so war auch gestern die Reizbelastung enorm, sowohl visueller als auch akustischer Art. Der Geräuschspegel war genauso belastend wie das grelle Licht und das Lichtgeflackere im ganzen Lokal.
Die Busfahrt verlief nicht weniger belastend, Der Bus war menschenüberfüllt, alle quatschten und brüllten, hinter mir saß eine Mutter mit einem schreienden Kind, ... Dann das Geschaukel des Busses und die vielen Reize, an denen der Bus vorbei fuhr, ...
Ich war froh, als ich wieder zu Hause war.

Ich legte mich ins Bett, machte das Licht aus und lag eine ganze Weile da völlig überdreht, unfähig runterzukommen und einzuschlafen.
Nach ein paar Minuten wunderte ich mich, warum mein Zimmer so hell ist. Das war es noch nie. Irritiert guckte ich Richtung Fenster, aber ich konnte keinen Lichtstrahl erkennen, der mein Zimmer erhellte. Trotzdem war das Zimmer hell.
Erst nach so ca. 5 Minuten ging plötzlich das Licht aus. Nicht in meiner Umwelt, sondern in meinem Kopf. Es hatte noch ganze fünf Minuten gedauert, bis auch mein Gehirn kapiert hatte, dass das Licht aus ist.

Doch Einschlafen konnte ich trotzdem immer noch nicht. Diese plötzliche Ruhe machte mich wahnsinnig. In so einem reizüberfluteten Zustand helfen interessanterweise nur Reize um Runterzukommen und um Einzuschlafen. Keine lauten Reize, die mich weiter überdrehen, sondern Reize, die mich in Richtung Ruhe bringen. Ich stand noch mal auf, fuhr den Computer wieder hoch und machte ein Hörbuch an. Nach zwei Minuten war ich eingeschlafen.

Solche Beispiele könnte ich Unmengen nennen. Von akustischen Geräuschen angefangen, die ich noch lange nach deren Verstummung höre bis hin zu Körper- und Kopfbewegungen, die ich noch lange wahrnehme, obwohl ich mich längst im Ruhezustand befinde.

20 Mar, 2018 09:17 18
@Sufferer @Sufferer ist männlich


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Hallo Silencium

Das mit der Überflutung von Reizen kenne ich. Bei mir verstärkt sich vor allem der Tinnitus und es geht eine Zeit lang bis es sich wieder legt. Die Sehstörung ist wie gesagt persistierend. Das Geflimmere und Sehen von Punkten und Flecken ist ohne Unterbruch. Ich weiss auch nicht was schwarz ist, denn eine schwarze Fläche sehe ich durchzogen mit einem Schneesturm. Auf hellen Flächen und gegen den Himmel habe ich die sogenannten entoptischen Phänomene. Dies ist ein Flimmern mit unendlich vielen Pünktchen und Würmchen die herumtanzen.

Ich bin heute etwas erkältet und wenn ich erkältet bin verstärken sich bei mir die Symptome, v.a. der Schwankschwindel und der dumpfe Kopfschmerz. Meine beiden Kinder sind heute beide nicht in die Schule gegangen. Mein Kleiner leider an Asthma und ich er muss immer wieder inhalieren. Auch mein Vater litt an Asthma und an einer starken Migräne ohne Aura. Er musste sich viele Stunden in einen dunklen Raum verziehen, denn er ertrug weder Licht noch Geräusche. Bei ihm hat sich Gott sei Dank im Wachstum alles ausgeheilt. Sein Bruder litt meines Wissens nach auch an einer Schwindelmigräne. Somit wäre eigentlich eine familiäre genetische Ursache nachweisbar.

Hast Du auch eine Familiengeschichte von Migräne, und verstärken sich die Symptome bei Dir mit einer Erkältung?

Lieber Gruss
Sufferer

Winke Winke

20 Mar, 2018 09:30 51 @Sufferer ist offline Email an @Sufferer senden Beiträge von @Sufferer suchen Nehmen Sie @Sufferer in Ihre Freundesliste auf
Doro Doro ist weiblich
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Ich teile GsD eure spezielle Leidensgeschichte nicht, es gehört aber für mich auch zum Alltag, dass ich nach besonders schönen Ereignissen oder Erlebnissen und Unternehmungen mit vielen externen Reizüberflutungen, die mich erreichen, nicht sofort "runterkomme", sondern erst noch lesen muss, vielleicht auch kurz noch den PC anmache, noch ein Sudoku löse oder mich auf andere Art und Weise runterfahre....

......das höre ich aber auch von vielen Menschen in meinem Bekanntenkreis, die weder an Migräne oder an sonstigen Beschwerden leiden.
Ich denke, dass geht einfach vielen Menschen so und ist eine ganz normale Sache, bei einigen mehr, bei anderen weniger ausgeprägt grinsend

_______________
LG
Doro


Graue Tage sind unersetzlich.
Ohne den Vergleich mit ihnen würden wir die Bunten nicht so sehr genießen.

20 Mar, 2018 09:40 59 Doro ist offline Email an Doro senden Beiträge von Doro suchen Nehmen Sie Doro in Ihre Freundesliste auf
Silencium
Gast


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Guten Morgen sufferer,

auch bei mir verstärken sich Kopfschmerzen und Schwindel während einer Erkältung bzw. einer Grippe.
Aber, dass man bei Grippe/Erkältung Kopfscherzen hat und es einem auch schwindlig werden kann, das erleben auch Nicht-Migräniker. Wenn ich eine Grippe habe, dann erwähnte ich das explizit in meinem Schmerztagebuch, damit man das unterscheiden kann, ob der Auslöser für den Schwindel/ Kopfschmerz eine Grippe ist oder eine neurologische Ursache hat.

Das ist wirklich krass, dass Du nicht sagen kannst, wie die Farbe schwarz aussieht. Dich hats mit dem Visual Snow echt schlimm erwischt.
Hast Du keine Visual Snow Auszeiten?

Ich kenne meine Familie nicht, leider. Ich würde sehr gerne in Erfahrung bringen, ob ich genetisch vorbelastet bin, ob einer meiner Familienangehörigen auch unter einer Migräne litt.
Ich weiß nur, dass meine Mutter im Alter von 52 Jahren an einem Herzinfarkt starb, genauso wie die Mutter meiner Mutter. Aber ansonsten weiß ich wenig über meine Familie.

Da hat Deine Familie ja einiges an Krankheitsbelastungen zu tragen. Ich wünsche Dir und Deinen Kleinen gute Besserung.

20 Mar, 2018 09:45 05
Silencium
Gast


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Hallo Doro,

dass auch andere Migräniker das Problem der Reizüberflutung kennen, habe ich schon oft gehört. Auch, dass es hochsensible Menschen gibt, die Reize nicht filtern können und Reize in einer starken Intensität erleben, ist mir bekannt.
Ich meine aber etwas anderes. Nicht nur Überreizung, sondern noch lange Zeit nach dem z.B. Laufen (was ja keine Reizüberflutung ist), Laufbewegungen wahrnahmen. Ich beobachte, dass mein Gehirn auch dann noch das Gefühl hat zu laufen, wenn ich schon lange Still sitze. Meine Augen sehen Stillstand, mein Gehirn jedoch signalisiert Bewegung. Diese unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen lösen Schwindel aus.
Bei akustischen und visuellen Reizen ist das ähnlich. Sehe ich z.B. eine Bewegung in meiner Umwelt, dann sehe ich sie auch noch lange nach dem Ende der Bewegung. Das verursacht Schwindel. Denn mein Gehirn signalisiert "da ist Bewegung", meine Augen fragen "Wo, ich sehe nichts?".

20 Mar, 2018 09:54 02
Doro Doro ist weiblich
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Echt krass, es gibt schon verrückte Sachen, die in unserem Hirn passieren können.
Ich gehöre zu den wenigen Menschen auf dieser Welt, die das Phänomen "Synästhesie" aus eigener Anschauung kennen.
Für mich sind Zahlen farbig......am schlimmsten war es für mich als Kind.
Unsere Hausnummer war Siebenundzwanzig, zwei schwarze Ziffern auf weißem Grund.
Ich habe ständig gefragt, warum die Zahlen "falsch" sind.
Ich glaube, meine Mutter hat mich insgeheim für verrückt gehalten.

Mit einem schwarzen Kugelschreiber zu schreiben, ist für mich fast unmöglich, denn die Zahl Sieben ist blau.....und sie schwarz zu sehen verursacht mir ein körperliches Unbehagen, so wie vor einer Klassenarbeit, für die man nicht gelernt hat.
Das mit der Sieben ist dabei am schlimmsten ausgeprägt....und es gibt auch Formen der Synästhesie, da schmecken die Menschen süß, salzig...etc, bei Musik.
Die Sinne sind halt miteinander gekoppelt....wie auch immer grins

_______________
LG
Doro


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20 Mar, 2018 10:37 52 Doro ist offline Email an Doro senden Beiträge von Doro suchen Nehmen Sie Doro in Ihre Freundesliste auf
@Sufferer @Sufferer ist männlich


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@Silencium

Vielen Dank für Deine Wünsche an meine Kinder. Was mich immer Wunder genommen hat ist, ob diese sehr starken Drehschwindelattacken, bei denen es mich nach vorne gehaut hat, ich mich am Tisch festhielt und die Füsse auf den Boden stampfte und drückte eine Art epileptischer Anfall ist. Epilepsie und Migräne mit Aura liegen ja ziemlich nahe zusammen und können sich auch mischen. Sind Deine starken Drehschwindelattacken auch so heftig und weisst Du etwas über die vestibuläre Epilepsie? Uns zieht es ja auch heftig auf eine Seite.

@Doro

Das ist schon auch mühsam, was Du mit den Zahlen lesen hast. Da hast Du in der Schule sicher auch sehr gelitten.
Ich habe auch von Leuten gehört, die Musik nicht wahrnehmen können, also taub für Musik sind. Es gibt schon verrückte Sachen, und ich sage immer wieder, wer gesund ist, weiss vielfach gar nicht was für ein Geschenk er hat und es viel zu wenig schätzt.

>LG
Sufferer

20 Mar, 2018 12:09 02 @Sufferer ist offline Email an @Sufferer senden Beiträge von @Sufferer suchen Nehmen Sie @Sufferer in Ihre Freundesliste auf
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@Sufferer, ich weiß nicht mehr, ob ich gelitten habe....ich habe ja als Kind gedacht, dass die Zahlen für alle Menschen farbig sind.....ich bin immer nur ganz wuschig geworden, wenn ich irgendwo andersfarbig gedruckte Zahlen gesehen oder lesen musste grins
Später habe ich dann tunlichst meinen Mund gehalten und gedacht, dass ich damit alleine auf der Welt bin..... cool
Erst vor ca. 15 Jahren hat meine Psychotherapeutin mich darüber aufgeklärt, wie man das nennt und dass es da ganz viele verschiedene Auswirkungen gibt.
Farbensehen oder Geruchsempfindungen bei Musik, Geschmack bei Ziffern.....die Sinne des Menschen....Hören, Schmecken, Riechen, Sehen, Tasten sind in unterschiedlicher Weise miteinander gekoppelt.
Falls es dich interessiert...

http://www.synaesthesie.org/de/synaesthesie

_______________
LG
Doro


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Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Doro am 20 Mar, 2018 13:30 47.

20 Mar, 2018 13:30 01 Doro ist offline Email an Doro senden Beiträge von Doro suchen Nehmen Sie Doro in Ihre Freundesliste auf
Silencium
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Hallo Sufferer,

ich bin mehrfach, 14 Jahre lang, komplett auf den Kopf gestellt von Spontan- und Langzeitblutdruck und Spontan- und Langzeit EKG angefangen über, mehrfach Elektroenzephalografie (EEG), mehrfach sämtliche Augen- und Ohrenuntersuchungen, wie z.B. Lagerungsschwindel, peripherer Schwindel usw., … bis hin zur Magnetresonanztomographie (MRT). Die Liste der Untersuchungen ist lang. Alle Untersuchungen ergaben keine Auffälligkeiten.
In der neurologischen Klinik wurde ich dann noch auf Autoimmunerkrankungen, Entzündungen usw. usw. untersucht. Ebenfalls mit einem unauffälligen Untersuchungsergebnis.
Ich bin kein Arzt, denke aber, dass meine Ärzte in den 14 Jahre langen Untersuchungen erkannt hätten, wenn ich an einer Epilepsie leiden würde.

Außerdem spricht sowohl der Verlauf als auch die Gesamtsymptomatik für eine Vestibuläre Migräne / Basilarismigräne.
Ich habe eine Migräne mit Aura in der Vorgeschichte. Während einer schweren Operation (Darmdurchbruch) wurden bei mir Zysten in beiden Eierstöcken entdeckt und entfernt. Als ich aus der Narkose aufwachte, war ich im Alter von 35 Jahren in den Wechseljahren. Meine Periode hörte von einem auf den anderen Tag auf. Und die Schwindelattacken begannen.
Meine Ärzte gehen bei mir nicht von einem Zufall aus, dass die Vestibuläre Migräne / Basilarismigräne genau in dem Moment begann, als ich in die Wechseljahre kam. Ich habe inzwischen zahlreiche Texte gelesen, in denen der Zusammenhang zwischen Wechseljahre und Vestibuläre Migräne / Basilarismigräne bestätigt wird.

Dann ist es die Gesamtyymptomatik, die für die Diagnose Vestibuläre Migräne / Basilarismigräne spricht. Sie entspricht genau dem, was man in der Literatur darüber lesen kann. Einem spontanen Drehschwindel folgt ein lageabhängiger, bewegungsinduzierter Drehschwindel. Wenn der Drehschwindel vorbei ist, dann tritt der lageabhängige, bewegungsinduzierte Schwankschwindel auf.
Diese Schwindelsymptomatik ist zudem gekoppelt mit Aurasymptome, wie ich sie auch bei der Migräne mit Aura habe. Es sind dieselben Aurasymptome.

Zuguter Letzt gibt es zuverlässige Migräneauslöser, sowohl für die Migräne mit Aura als auch für die Vestibuläre Migräne / Basilarismigräne. Die Auslöser sind bei beiden Migräneformen dieselben. Allen Voran Wärme und körperliche Anstrengung. Das ist der Hauptauslöser. Im Sommer habe ich seit meinem Jugendalter zuverlässig jedes Jahr Kopfschmerzen, und seit der schweren Operation, zudem Schwindel. Alle anderen Auslöser (Bewegung, Lichtreize, Muster, Schnelle Bewegungen, Geräuschs- und Lärmbelastung, Schlafmangel, Stress Entspannung, Reizüberflutung) sind weniger zuverlässig. Sie lösen in der Regel nur dann Kopfschmerzen bzw. Schwindel aus, wenn sie auf eine bereits bestehende Vorreizung treffen. So kann ich z.B. problemlos auf Großveranstaltungen, Konzerte usw. gehen. Der laute Geräuschspegel wird mir nur dann zum Verhängnis, wenn ich den Veranstaltungsraum bereits vorgereizt betrete.

Dass das seit Juli 2017 bei mir so heftig verläuft hat, denke ich, mit dem gemeinsamen zeitgleichen Auftreten aller möglichen Migränetrigger zu tun. Wie oben beschrieben: Vor Juli 2017 hatte ich nur gelegentlichen Drehschwindel und auch die neurologischen Ausfallerscheinungen fielen wesentlich weniger belastend und seltener auf als jetzt. Im Juni 2017 trafen alle erdenklichen Auslösefaktoren aufeinander. Von jahrelangem Hyperstress der plötzliche Sturz in die Entspannung. Zwei Umzüge in einem Jahr, der letzte im Juni. Das schwere Tragen der Möbel und Kartons, mitten im Hochsommer, bei heißen Temperaturen, … All das traf aufeinander und bewirkte im Juli die schwerste Attacke seit der letzten vor sieben Jahren. Ich habe mich davon bis heute noch nicht gänzlich erholt.


Hallo Doro,

spannend, was Du von Dir berichtest. Zum Glück ist der Leidensdruck nicht so hoch.
War das schon immer so? Kam das ganz von alleine?

20 Mar, 2018 15:32 06
@Sufferer @Sufferer ist männlich


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Ich hatte diese heftigen Schwindelanfälle seit ein paar Jahren nicht mehr. Ich habe bis vor kurzem für fünf Jahre lang verschiedene Antiepileptika genommen.
Vielleicht habe ich die Anfälle deswegen nicht mehr bekommen. Ansonsten haben sie ja nichts bewirkt.

20 Mar, 2018 18:42 21 @Sufferer ist offline Email an @Sufferer senden Beiträge von @Sufferer suchen Nehmen Sie @Sufferer in Ihre Freundesliste auf
Silencium
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Hallo Sufferer,

das wäre eine Frage, die du Deinem Neurologen stellen könntest.
Ich weiß nur, dass Antiepileptika zur Migräneprophylaxe verabreicht werden, auch ohne das eine Epilepsie vorliegt, sowie Antidepressiva zur Migräneprophylaxe verschrieben werden, ohne dass eine Depression vorliegen muss. Diese Medikamente haben wohl eine breitere Wirkung, nicht nur eine spezifische.
Aber, wie gesagt, ich bin kein Arzt und kann dir da keine zuverlässigen Angaben machen. Es sind nur Vermutungen.

20 Mar, 2018 19:12 03
Doro Doro ist weiblich
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Silencium, das war schon immer so grinsend

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21 Mar, 2018 06:23 51 Doro ist offline Email an Doro senden Beiträge von Doro suchen Nehmen Sie Doro in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Sufferer,

was ich dich noch fragen wollte: Wie geht es Dir psychisch mit Deiner Erkrankung?

Ich habe die Erkrankung ja schon seit 14 Jahren. Aber erst im September letzten Jahres wurde sie erkannt und von mehreren Ärzte bestätigt. In den 14 Jahren wurde ich von keinem Ernst genommen. Alle hielten meinen Schwindel mit samt Kopfschmerzen, Auren und anderer neurologischen Ausfallerscheinungen für "alles nur Stress", "alles nur psychisch", ... und schickten mich von Psychotherapie zu Psychotherapie. Geholfen hat die Psychotherapie logischerweise nicht. Der Schwindel trat immer weiter auf.

Dennoch gibt es auch einen psychischen Aspekt an der ganzen Geschichten.
Die ewigen Schwindelattacken und anderen neurologischen Ausfällen gingen nicht ohne Angst einher. Klar, wenn einem so schwindlig wird, das man stürzt oder man plötzlich nichts mehr sieht oder einem so Schwarz vor Augen wird, dass man denkt "Das wars, ich sterbe", ... da möchte ich mal jemanden kennenlernen, der darauf nicht mit Angst reagiert. Man muss nicht psychisch krank sein, um auf solche Todeserfahrungen mit Angst zu reagieren.

Seit ich weiß, dass ich eine Vestibuläre Migräne/Basilarismigräne/Hirnstammaura habe, reagiere ich nur noch ganz selten auf die eigentlichen Attacken mit Angst.
Aber ich beobachte dennoch noch etwas anderes. Die ständigen Schwindelattacken führen zu Fehlhaltungen und Schonverhalten, ... so dass ich mich z.B. in schwindelfreien Zeiten nicht wirklich traue den Kopf zu bewegen, mit der Konsequenz, dass Fehlhaltungen (z.B. muskuläre Anspannung und Verspannung) und das Schonverhalten (z.B. Kopf nicht mehr bewegen, da ich ja weiß, dass Kopfdrehungen Schwindel auslösen können) ebenfalls Schwindel auslösen können. Und ich beobachte bei mir eine Erwartungangst, Angst vor der nächsten Attacke. Ich beobachte ständig meine physiologischen Reaktionen, was wiederum auch zu einem psychischen Schwindel führen kann.

Wichtig ist mir zu unterscheiden, wann der Schwindel eine neurologische Ursache hat und wann er durch Fehlhaltungen, Schonverhalten, Erwartungsangst, ständige Selbstbeobachtung, ... entsteht.

Wie geht es Dir damit? Was machen Deine neurologischen Ausfallerscheinungen, Auren, ... psychisch mit Dir?

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Silencium am 21 Mar, 2018 14:35 37.

21 Mar, 2018 14:33 45
Doro Doro ist weiblich
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Ich nehme zur Migräneprophylaxe ebenfalls ein Antiepileptika...Topiramat und auch ein Antidepressivum, das bei der Indikation Migräne nur in einer sehr geringen Dosierung verschrieben wird.
Antidepressiva hemmen die Schmerzweiterleitung.
Diese Medikamente werden bei Migräne im Rahmen des sogenannten "Off-Label Use" verschrieben, das bedeutet, dass sie außerhalb des durch die Arzneimittelbehörden zugelassenen Gebrauchs eingesetzt werden dürfen.

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Doro


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21 Mar, 2018 14:54 40 Doro ist offline Email an Doro senden Beiträge von Doro suchen Nehmen Sie Doro in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Silencium

Mein Leiden wird von meiner Umgebung eigentlich ernst genommen. Es ist auch ein gewisses Verständnis für meine Situation vorhanden und, dass man dich kaum vorstellen kann.

Die richtigen visuellen Auren machen mir immer noch Angst. Man denkt auch imme gleich an einen neuen Infarkt. Zwischen den Aueen können auch bis zu zwei Jahre vergehen, aber dann kommt es gleich richtig und mehrmals hintereinander.
[SIZE=1]
Auch ich achte darauf, den Kopf nicht zu schnell zu drehen und wenn ich eine Treppe hinuntergehe, wende ich mich in der entgegengesetzten Richtung. Ich hasse Parkhäuser,in denen man viele Runden drehen muss. Ich verliere dann fast die Kontrolle über den Wagen. Wie auch immer, wenn sich die Schwindelsymptome und Dauersehstörungen sich verstärken, werde ich wohl aufs Autofahren verzichten müssen.
Mit dem Beruf sieht es ähnlich aus.
LG

21 Mar, 2018 15:04 50 @Sufferer ist offline Email an @Sufferer senden Beiträge von @Sufferer suchen Nehmen Sie @Sufferer in Ihre Freundesliste auf
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PS: Entschuldige bitte die vielen Tippfehler. Auf meinem Handy scheibe ich nicht so gut.

21 Mar, 2018 15:08 37 @Sufferer ist offline Email an @Sufferer senden Beiträge von @Sufferer suchen Nehmen Sie @Sufferer in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Sufferer,

mach dir nichts drauß. Bei mir sind die Tasten so verklebt, dass ständig Buchstaben fehlen grinsend. Ich muss X Mal nachkorrigieren bzw. in Word vorschreiben. Ich kriege den Laptop einfach nicht mehr richtig sauber unter der Tastatur.

Ich habe auch all die Jahre bei den heftigen Attacken gedacht "Schlaganfall". Inzwischen befürchte ich: Sollte ich tatsächlich eines Tages mal einen haben, dann werde ich ihn aufgrund des häufigen Migräne-"Fehlalarms" vermutlich nicht ernst nehmen und zu spät zum Arzt gehen.

Dann reagierst Du wohl psychisch genauso wie ich.

Warte erst mal ab. Wenn Du Hilfe bekommst (Migräneklinik, Neurologe, ...), vielleicht kann man Dir doch gut helfen, so dass Du weiter arbeiten gehen kannst und Autofahren kannst.

Hat sich was getan mit dem Neurologen, den Du kontaktiert hast?

Hast Du mal geguckt, ob es in der Schweiz Neurologen gibt, die sich auf Migräne spezialisiert haben und auch Ahnung von der Vestibulären Migräne haben?

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Silencium am 21 Mar, 2018 15:25 06.

21 Mar, 2018 15:24 02
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