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Geschrieben von Ann am 17 Nov, 2013 um 11:02 59:

Lampe Sonderform Basilarismigräne / Vestibuläre Migräne

Basilarismigräne / Vestibuläre Migräne

Die Basilarismigräne ist eine seltene Form der Migräne. Sie wird auch Synkopale Migräne oder Bickerstaff Syndrom genannt. In manchen Fachkreisen wird sie auch als Vestibuläre Migräne bezeichnet, andere unterscheiden zwischen der Basilarismigräne und der Vestibulären Migräne und sehen diese Formen als jeweils eigenständiges Erkrankungsbild.

Diese Form der Migräne entsteht infolge einer kurzfristigen Durchblutungsstörung (Ischämie) der Vertebralis- und/oder Basilarisarterie. Diese Arterien versorgen unter anderem das Kleinhirn, den Hirnstamm und das Innenohr mit dem Gleichgewichtsorgan.

Betroffen sind meistens Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, Frauen mehr als Männer.

Die Basilarismigräne gilt als Sonderform der Migräne mit Aura.

Die Symptome sind vielfältig und heftig. Typisch ist das Auftreten einer Aura vor dem Kopfschmerz und eines extremen, langanhaltendem Dreh- Schwank-Schwindel, sowie neurologischen Störungen.
Im Gegensatz zur Migräne ist der Kopfschmerz – wenn er auftritt - in der Regel meist beidseitig, die pochenden Schmerzen sind am Hinterkopf lokalisiert, die sich auch auf den gesamten Kopf ausbreiten können. Auch die Aura tritt meist beidseitig auf.


Symptome:
- extremer Schwindel, verursacht durch die Minderdurchblutung des Gleichgewichtsorganes.
Dieser Schwindel kann unterschiedlich auftreten: als Drehschwindel, als Schwankschwindel, der bei Lagewechsel verstärkt wird. Auch visueller Schwindel kann auftreten, wenn sich etwas Bewegendes angeschaut wird.

- Übelkeit / Erbrechen
- Licht- und Lärmempfindlichkeit
- unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)
- plötzlich einsetzender heftiger Kopfschmerz, der ein- oder beidseitig auftreten kann
- Hörstörungen, Ohrensausen, Tinnitus
- Gleichgewichtsstörungen

neurologische Störungen: (typisch)
- Sehstörungen wie Doppelbild- Sehen,
- Metamorphopsie: Gegenstände werden in ihrer Größe anders wahrgenommen (kleiner, größer, verzerrt etc.) als sie normalerweise sind, ebenso bei Farbwahrnehmung
- Photopsie: Blitze, grelles Licht, flackernde Farben
- Skotome: Gesichtsfeldausfälle
- zeitweilige Blindheit, meistens auf beiden Augen

- eingeschränkter Bewusstseinszustand, Bewusstseinsveränderungen, Bewusstlosigkeit, auch Verwirrtheit und Desorientiertheit während und kurz nach Basilarismigräne-Anfällen
- Ataxie : Koordinationsstörung von Bewegungsabläufen
- Sprachstörungen
- Sensibilitätsstörungen, Taubheitsgefühle, Kribbeln an bestimmten Körperstellen
- Lähmungserscheinungen

Weitere Symptome, die auftreten können:
- epileptische Anfälle
- Blässe
- Sprachstörungen, die noch mehrere Tage nach dem Anfall anhalten können
- Hirnnervenausfälle
- Zittern der Beine
- Herzrasen
- Todesangst
- Muskelschwäche

Meistens treten mehrere Symptome gleichzeitig auf.
Nach der Auraphase kann ein Kopfschmerz auftreten, muss aber nicht. Daher ist eine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen, die mit Schwindel einhergehen nicht immer leicht.



Ein Basilarismigräneanfall dauert in der Regel zwischen ein paar Minuten bis ca. einer Stunde, einige Quelle geben auch mehrere Stunden an.
Zunächst beginnt die Aura mit meist visuellen Symptomen, danach folgt der Schwindel und andere Symptome wie neurologische Ausfälle. Wenn Kopfschmerzen auftreten sind sie häufig sehr ausgeprägt.

Als Therapie gilt – ähnlich der „normalen“ Migränetherapie - die Gabe von Mitteln wie MCP, Domperidon und Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Analgetikas (NSAR) wie Acetylsalicysäure (Aspririn).
Während Triptane bei der normalen Migräneattacke helfen können, sind sie bei der Basilarismigräne wirkungslos.

Als Prophylaxe können Betablocker, Flunarizin, Valproinsäure oder Topiramat ( Topamax) gegeben werden.



Wenn die Vestibuläre Migräne als eigenständige Erkrankung gesehen und nicht zur Basilarismigräne zugeordnet wird:

Wie oben schon beschrieben, wird die vestibuläre Migräne in einigen Fachkreisen getrennt von dem Krankheitsbild der Basilaris- Migräne gesehen.

Während die Basilarismigräne mit all den oben aufgelisteten möglichen Symptomen ein viel schwereres Krankheitsbild darstellt, weist die vestibuläre Migräne weniger Symptome auf.

Die vestibuläre Migräne kann in jedem Lebensalter auftreten.

Leitsymptom ist hier der Dreh-Schwankschwindel. Ursache ist die Durchblutungsstörung der Vertebralis-Arterie, die auch das Gleichgewichtsorgan versorgt, daher der Name vestibulär.
Hörstörungen können begleitend vorhanden sein. Ein Kopfschmerz kann, muss aber nicht auftreten. Der Schwindel kann von einigen Minuten bis Tagen anhalten.

Eine vestibuläre Migräne liegt laut Experten vor, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

1. bei 2 oder mehr vestibulären Schwindelattacken
2. Migräneanamnese gemäß ICHD
3. bei 2 oder mehr Schwindelattacken mit mindestens einem der folgenden Symptome:
- migränetypische Kopfschmerzen
- Fotophobie = Lichtempfindlichkeit
- Phonophobie = Geräuschempfindlickeit
- Flimmerskotom = Gesichtsfeldausfälle mit Blitzen etc.
- andere Aurasymptome
4. Ausschluss anderer Ursachen rezidivierender vestibulärer Schwindelattacken.

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Alles Liebe Ann

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