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Geschrieben von Ann am 11 Nov, 2013 um 17:06 45:

Lampe Migräne bei Kindern/Jugendlichen

Migräne bei Kindern und Jugendlichen

Auch Kinder und Jugendliche können unter Migräne und Spannungskopfschmerzen leiden.
Seit Jahren wird beobachtet, dass Kopfschmerzen in dieser Altersgruppe häufiger werden, wobei die genaue Ursache noch nicht bekannt ist.

Die Symptome der kindlichen Migräne unterscheiden sich meist von den bekannten klassischen Symptomen bzw. von den Symptomen, die beim Erwachsenen auftreten.

- Sehr häufig äußert sich die kindliche Migräne als Bauchschmerz und nicht als Kopfschmerz
- Kinder, die eine Migräneattacke haben, unterbrechen oft ihr Spiel oder Lernen um sich hin zu legen und zu schlafen
- sind blass oder haben ein gerötetes Gesicht
- Häufig kommt es vor, dass Kinder während einer Migräneattacke einschlafen und nach kurzer Zeit beschwerdefrei wieder aufwachen
- Wenn die Schmerzen als Kopfschmerzen bei Kindern auftreten, sind sie meistens beidseitig und nicht wie bei Erwachsenen einseitig. In der Regel ist die Migräneattacke kürzer als bei Erwachsenen
- Die typischen Begleitsymptome wie Lärm- und Lichtempfindlichkeit sind auch bei Kindern vorhanden, Übelkeit und Erbrechen dominieren.
- Bei einigen Kindern zeigt sich die Migräne in Form von Übelkeit und Erbrechen mit regelmäßig auftretenden Schwindelattacken ohne Kopfschmerzen.

Auch in dieser Altersgruppe kann eine Aura auftreten, wie Lichtblitze , Flimmersehen, Gefühlsstörungen oder Sprachstörungen. Bei der visuellen Aura berichten Kinder oft von phantastischen Bildern (das sogenannte Alice im Wunderland-Syndrom).


Es ist schwierig, ganz besonders bei Kleinkindern eine Migräne zu diagnostizieren. Zeigen sich beim Kind oben genannte Symptome, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In speziellen Kinderschmerzambulanzen werden nicht nur Behandlungen ( medikamentöse und/oder nicht-medikamentöse), sondern auch psychische ( falls notwendig) Betreuung durchgeführt. Auch „Kurse“ wie Umgang mit dem Schmerz , Entspannungsübungen etc. werden angeboten.
Manchmal ist es notwendig spezielle Untersuchungen wie MRT, EEG durch zu führen, um andere Erkrankungen aus zu schließen. Empfehlenswert ist ein Kopfschmerztagebuch, welches speziell auf diese Altersgruppen zu geschnitten ist.


Bei der Therapie wird zunächst versucht mit nicht-medikamentöse Medikamenten zu behandeln. Bei leichten Kopfschmerzen kann Ruhe, Hinlegen in einen abgedunkelten Raum, Entspannung oder Beschäftigung mit positiven Dingen durchaus Erfolge bringen.
Bei stärkeren Schmerzen sind Medikamente notwendig, die nur in Absprache mit einem Arzt gegeben werden sollte, keinesfalls in Selbstmedikation.

Experten empfehlen Ibuprofen (10 – 15 Milligramm pro Kilo Körpergewicht) oder Paracetamol (35-45 mg pro Kilo Körpergewicht) als Zäpfchen oder als Tabletten. Neueren Studien zufolge ist die Gabe von Paracetamol bei Kindern nicht mehr zu empfehlen, da unter Anderem das Asthmarisiko ansteigen und es zu Leberversagen kommen kann.(http://www.das-migraeneforum.de/thread.php?threadid=22&sid=)

Die Medikamente sollten in Verbindung mit einem Magenmittel wie Domperidon eingenommen werden. Medikamente wie Asprin sollten Kindern nicht gegeben werden.

Bei starker Migräne können Kinder Sumatriptan als Nasenspray nehmen, ab 12. Lebensjahr auch Zolmitriptan.
Über die Hälfte der Kinder sind mit Sumatriptan-Nasenspray (10-20 mg) nach einer Stunde beschwerdefrei. Dieses Triptan darf als maximale Tagesdosis von 40 mg nicht öfter als zwölf Mal im Monat genommen werden.

Eine medikamentöse Prophylaxe ist bei Kindern mit häufigen Migräneattacken angezeigt, wenn andere Maßnahmen nicht wirken und psychologische Ursachen ausgeschlossen werden können. Je nach Alter werden Betablocker ( Metoprolol, Propranolol) und Flunarizin gegeben.

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Alles Liebe Ann

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